Unsere Konzeption

    Konzeptionelle Leitgedanken

    Als Vorsorgeeinrichtung in katholischer Trägerschaft arbeiten wir mit dem Ziel, den Menschen ein Leben in Gesundheit zu ermöglichen sowie den Familienzusammenhalt zu stärken und ein Zusammenleben zu unterstützen. 
    Insbesondere in Grenzsituationen des Lebens wollen wir Menschen Hoffnung und Zutrauen in die Gestaltung des eigenen Lebens ermöglichen.

    Therapeutische Hilfen, Beratung und Unterstützung geschehen unter aktivem Einbezug der Frauen und sind abgestimmt auf den unterschiedlichen individuellen, kulturellen und sozioökonomischen Hintergrund der Patientinnen und ihre Eigenkompetenz.

     

    Christliches Menschenbild

    Die Persönlichkeit von Mutter und Kind stehen im Mittelpunkt unseres Handelns.
    Unabhängig von ihrer Nationalität, ihres Glaubens oder ihres gesellschaftlichen Hintergrundes erfahren Sie Akzeptanz, Wertschätzung, Respekt und Einfühlungsvermögen.

    In allen Lebensfragen bieten wir Müttern und Kindern einen geschützten und vertrauensvollen Rahmen, um sie in der persönlichen Sinnfindung und in ihren eigenen Stärken zu unterstützen. Die Kinder werden als Persönlichkeiten in ihrem Entwicklungsprozess und in ihren jeweils eigenen Bedürfnissen ernst genommen.

     

    Mehrdimensionales Gesundheitsverständnis

    Unsere Arbeit berücksichtigt einen ganzheitlichen Therapieansatz.
    Grundlage ist ein mehrdimensionales Gesundheitsverständnis, bestehend aus körperlichen, psychischen, sozialen -und Umweltfaktoren, bzw. deren wechselseitige Beziehungen und Auswirkungen auf den Alltag und die funktionale Gesundheit unserer Patientinnen, wie es der ICF mit seinen einzelnen Komponenten von Gesundheit bzw. Krankheit und den entsprechenden Wechselwirkungen beschreibt.

     

    Gesundheitsförderung

    Gesundheitsfördernde Maßnahmen zur Verminderung von Risikofaktoren nehmen einen hohen Stellenwert unserer Arbeit ein. 
    Gesundheitsförderung versteht sich nicht nur als Strategie zur Abwehr von krank machenden Faktoren, sondern auch als Prozess zu einer gesundheitsgemäßen Gestaltung der sozialen und natürlichen Umwelt.
    Gesundheitsförderung vermittelt unseren Patientinnen die Kompetenz, die persönliche Gesundheit zu erhalten und zu verbessern.

     

    Familienorientierung

    Ausgehend von den Erkenntnissen der Systemtheorie sehen wir die Mütter mit Ihren Kindern im Kontext ihrer Beziehungen.
    Das Verhalten von Müttern, bzw. Kindern kann nur im jeweiligen Zusammenspiel der für sie wichtigen Beziehungen verstanden werden, da der einzelne Mensch in seinem Verhalten, Fühlen und Denken nie unabhängig von seiner Umwelt zu begreifen ist, sondern in soziale Systeme, wie z.B. die Familie, eingebunden ist.

    Zwischen Müttern und Kindern zeigen sich ausgeprägte Effekte der Übertragung, Spiegelung und Verstärkung, die die gesundheitliche Verfassung und psychosoziale Entwicklung beider gefährden. 

    Zudem bestehen deutliche Zusammenhänge zwischen den Verhaltensauffälligkeiten eines Kindes und der Erschöpfung, den Schlafstörungen und den Ängsten der Mutter.
    Kinder leiden ebenso mit der Mutter gemeinsam unter belastenden Lebenssituationen wie Partnerkonflikten, Trennungen und wiederholter Veränderung des sozialen Umfeldes und zeigen dementsprechende Reaktionen.

    Über den familiären Lebensbereich und seine soziale Einbindung repräsentieren sich sowohl für Erwachsene als auch Kinder in hohem Maße Lebensglück, Zufriedenheit, Unterstützung und damit ausschlaggebende gesundheitsfördernde Faktoren. Dem gegenüber stellen Erkrankungen in einer Familie eine enorme Belastung für das Gesamtsystem und alle Familienmitglieder dar.
    Auch Kinder sind in zunehmenden Maße multiplen Belastungen und Erkrankungen ausgesetzt. Ein Anstieg verhaltensbedingter Erkrankungen, die Zunahme von Entwicklungsverzögerungen oder -störungen sowie Probleme des emotionalen und sozialen Erlebens und Verhaltens sind zu beobachten, ebenso wie eine Zunahme chronischer Erkrankungen bereits im Kindesalter.
    Diese Erkenntnisse haben Einfluss auf unsere therapeutische Vorgehensweise.
    In unserer therapeutischen Arbeit betrachten wir die Familie als Ganzes, reflektieren ihre Alltagsbedingungen mit dem Ziel, innerfamiliäre Ressourcen zu aktivieren und wohnortnahe Hilfestrukturen bei Bedarf gezielter zu nutzen. Auch nicht anwesende Familienmitglieder sind in diesen Reflexionsprozessen mit im Blick.
    Gezielte Beratungsprozesse und Gesprächsangebote zu familienorientierten Themen sowie der Erfahrungsaustausch mit Frauen in ähnlichen Lebenssituationen unterstützen und stärken in familiären Kompetenzen, wie beispielsweise Erziehungs- oder Entwicklungsfragen des Kindes.

    Die persönliche Kompetenz der Mutter wie auch des Kindes zu steigern, die Fähigkeiten und Ressourcen zu nutzen und die Interaktion zwischen Mutter und Kind positiv zu beeinflussen gehören zu den wesentlichen Ansätzen. 
    Sollten im Maßnahmenverlauf schwere Störungen in der Familiensituation erkannt werden, wird die Familie motiviert, geeignete Hilfen in Anspruch zu nehmen.

    Eine positive Veränderung hat Wirkung auf das Gesamtsystem mit allen zur Familie gehörenden Betroffenen.

     

    Nachhaltigkeit

    Unser Konzept ist darauf ausgerichtet, für die Patientinnen eine möglichst nachhaltige, d.h. längerfristige und für das übergeordnete Ziel der familiären Gesundheit relevante Wirkung zu erzielen, sowie die Qualität der Lebensbedingungen im Alltag positiv zu beeinflussen.
    Unser Anliegen ist es, Chronifizierungsprozesse frühzeitig zu beeinflussen und eine möglichst lang anhaltende physische und psychische Stabilisierung und Kompetenzverbesserung im Management von Funktionsstörungen zu erreichen.

    Indem wir Mütter für ihre Elternaufgabe und gesundheitliche Verantwortung für das Kind stärken und auch das Kind selbst von einer Vorsorge profitiert, fördern wir Entwicklungschancen und Gesundheitsperspektiven für Kinder.

     

    Geschlechtsspezifischer Ansatz

    Die unterschiedlichen Lebensweisen von Männer und Frauen, d.h. ihre gesellschaftlichen Rollen und Funktionsbereiche mit ihren jeweiligen Rahmenbedingungen nehmen wesentlich Einfluss auf deren Gesundheit und Krankheit. Im Rahmen der Gesundheitsforschung wurden in den letzten Jahren differenzierte Erkenntnisse zu den geschlechtsspezifischen Ausprägungen und Häufigkeiten der verschiedenen Gesundheitsstörungen und Anforderungen an das Versorgungssystem herausgearbeitet.

    Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse und ausgehend vom bio-psycho-sozialen Ansatz werden neben den typischen biologischen Faktoren insbesondere die psychischen und sozialen Bedingungen für Mütter und Väter beachtet.

     

    Compliance und Empowerment

    Die Patientin als Expertin für die eigene Gesundheit zu sehen, ist Grundlage jedes therapeutischen Ansatzes.

    Die therapeutischen Maßnahmen sollen die Patientinnen befähigen, gesundheitsfördernde Verhaltensweisen und Strategien im Umgang mit negativen Kontextfaktoren zu erlernen. 
    Um eine aktive Beteiligung der Patientin zu erreichen, ist es wichtig, eine gute „Compliance“ – ein Arbeitsbündnis zwischen Therapeut -Patientin – herzustellen. Hierbei wird eine gute Balance zwischen fachlichen Erfordernissen und strukturierter Behandlungsplanung sowie dem Willen und der Autonomie der Patientin und eigenen Schwerpunktsetzungen im Rahmen der vorgegebenen Verordnung angestrebt.

     

    Nachhaltigkeit durch Alltagslernen

    Neben den psychosozialen Gruppen- und Einzelangeboten stellen wir den Patientinnen durch die Gestaltung der Rahmenbedingungen eine strukturierte Umgebung, eine wertschätzende Haltung und stressreduzierende Abläufe zur Verfügung. Gemeinsam gestalten Psychosoziales Team und Patientinnen einen Lernprozess, in dem soziale Erfahrung und kooperatives Problemlösen im Vordergrund stehen.

    Grundsätzlich ist die therapeutische Wirksamkeit am größten, wenn neue Erfahrungen direkt in Alltagssituationen gemacht werden und der Bezug zur eigenen Lebenswirklichkeit hergestellt werden kann. Der Tagesablauf in unserer Einrichtung entspricht weitestgehend dem der Mütter zuhause: Das Versorgen der Kinder, gemeinsame Mahlzeiten, die Trennungssituation während der Kinderbetreuung, das Einhalten termingebundener Absprachen, Freizeitaktivitäten. Der Unterschied liegt aber in der professionellen Gestaltung und Begleitung der Patientinnen.

    In unserer Einrichtung erleben Frauen gute, tragbare Strukturen, die den Alltag überschaubar und handhabbar werden lassen. Sie erleben die Professionalität der Mitarbeiterinnen, die freundlich und einfühlsam auf die Patientinnen eingehen, weil sie um deren besondere Belastungen als Mütter wissen. Die Patientinnen beobachten, wie Zusammenarbeit und gute Kommunikation gelingen. Sie merken, wie entlastend es sein kann, wenn Absprachen und Regelungen funktionieren.

    Wir nutzen bewusst die Zusammenarbeit unseres interdisziplinären Teams und die durchdachte Struktur des Kuralltags, besonders während der ersten Tage, um den Patientinnen dieses Alltagslernen zu ermöglichen. Wir schaffen eine Atmosphäre des respektvollen Umgangs miteinander. Probleme können geäußert werden, ohne dass Lösungen vorschnell angeboten werden. Es bleibt Raum, die eigenen Stärken (wieder) zu entdecken und zu schätzen und offen zu werden für neue Wege und Strategien.

    Müttergenesungswerk

    Unsere Klinik ist eine anerkannte Einrichtung im 

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